Helgoland im Dezember 2019


Jedes Jahr, wenn die Kegelrobbenbabys auf der "Düne" vor Helgoland geboren werden, dann zieht es mich, wie so viele andere Fotografen, auf die Insel. Mehrere Hundert von diesen kleinen Kegelrobben werden im Winter auf der Düne geboren. Die Düne ist eine kleine "Nebeninsel" vor Helgoland. Man erreicht sie mit der Dünenfähre, die mehrmals täglich fährt. Hier findet ihr den aktuellen Fahrplan:


https://www.helgoland.de/service/duenenfaehre/


Es ist immer wieder ein Erlebnis zu dieser Zeit auf der Insel zu sein und manchmal sitze ich einfach nur im Sand, genieße die Natur und beobachte die Robben. Neben den Kegelrobben sind auch immer einige Seehunde auf der Düne. Diese bekommen ihre Jungen aber bereits im Frühjahr und die Jungtiere, die man von den Seehunden im Winter noch auf der Düne sieht, sind leider oft krank und nur deshalb noch dort.


Nach Helgoland reisen wir meist mit dem Schiff ab Cuxhaven. Die ca. 2 1/2 Stunden Überfahrt nach Helgoland war diesmal wieder etwas ruppig, weil wir recht viel Wind hatten. Trotz Reisetabletten wurde mir doch kurz vor Helgoland so mulmig, dass ich den Rest der Fahrt trotz des Regens an Deck verbracht habe und dabei gehofft habe, dass wir bald da sind. Zum Glück ist die Übelkeit auf dem Rückweg nie ein Problem. Wenn man also die Hinfahrt überstanden hat, ist alles schick.

Samstag nach dem Frühstück haben wir (das waren diesmal Dirk, Karsten und ich) uns auf den den Weg zur Düne gemacht. Leider konnten wir auf der Düne, nicht nicht wie sonst, am Strand entlang gehen, denn es waren mittlerweile schon über 400 Keggelrobbenbabys geboren worden, weshalb der Strand, aufgrund der sehr vielen und dadurch dicht aneinanderer liegen Robben, gesprerrt war. Es wäre nicht möglich gewesen, die 30m Mindestabstand zu den Robben einzuhalten und deshalb durften alle Besucher der Düne nur den Rundweg auf der Düne entlanggehen. Man hat dadurch eine nicht ganz so tolle Perspektive beim Fotografieren, aber der Schutz der Tiere ist auf jedenfall wichtiger, als tolle Fotos!


Aber auch vom Rundweg aus hat man einen guten Blick auf die Robben und ihre Jungen. Leider war der Himmel stark bewölkt und es gab auch immer mal wieder Regen zwischendurch . Das heißt, wir hatten nicht ganz so viel Licht, was gerade bei den hier notwendigen langen Brennweiten für möglichst kurze Belichtungszeiten wünschenswert ist. Eine höhere ISO ist für mich nur begrenzt eine Alternative, denn ich fotografiere mit Olympus. Tolle Kamera, aber hohe Isowerte sind da leider nicht so toll. So waren meine Fotos vom ersten Tag zwar nett, aber nicht so schön wie erwartet.



Der Verein Jordsand betreut das Naturschutzgebiet auf Helgoland und die Ranger des Vereins achten unter anderem darauf, dass wir Touristen bzw. Fotografen den Tieren und der Natur nicht schaden. Dazu gehört auf die Einhaltung von Regeln zu achten, wie z. B. des Mindestabstands zu den Robben und auch das Gehen auf den Wegen und nicht durch die Dünen. Ein gutes Foto rechtfertigt nicht die Missachtung dieser Regeln! Leider sehen das nicht alle so und das wird auf der Düne immer mehr zum Problem. Ich habe sogar schon Fotografen erlebt, die kleine Stöckchen nach den Tieren geworfen haben, damit sich diese bewegen. Ich bewundere die Ranger, die jedem immer wieder geduldig die Gründe für diese Regeln erklären und bereitwillig über ihre Arbeit und die Kegelrobbenmit Auskunft geben. Übrigens kann man über den folgenden Link auch die aktuellen Geburtenzahlen der Kegelrobbenbabys verfolgen:


https://www.jordsand.de/schutzgebiete/helgoland/robbenbabies/

Am Sonntag wollte Dirk dann eigentlich abreisen, aber der Sturm hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Die Fahrt mit der "Helgoland" nach Cuxhaven wurde aufgrund des Sturms abgesagt. Die Dünenfähre fuhr dann leider auch nicht . Also kamen nicht auf die Düne zu den Kegelrobben.


Wir sind aber nicht aus Zucker und außerdem ein bisschen stur und deshalb haben wir uns wetterfest angezogen und sind mit unseren Kameras losgezogen. Zunächst sind wir am Hafen entlang in Richtung "Lange Anna" gelaufen und haben die Wellen fotografiert, wie sie sich an den Steinen aufgetürmt und gebrochen haben. Auch von der langen Anna haben wir ein paar Fotos geschossen. So haben wir den Tag trotz des Sturms gut für uns genutzt.

Montag sollte es dann für uns eigentlich Richtung Heimat gehen. Der Sturm hatte sich aber noch nicht wirklich gelegt und deshalb hat die Reederei auch unsere Rückfahrt abgesagt. Damit muss man im Spätherbst und im Winter immer rechnen, wenn man nach Helgoland fährt. Leider hieß das auch, das die Dünenfähre wieder nicht fährt. Also haben wir uns wieder ordentlich eingemummelt und sind diesmal, vom Dünenanleger aus, in die andere Richtung losgezogen. Am Strand haben wir dann, bei ordentlich Wind, einige schöne Fotos gemacht. Da der Regen eher von der Seite, als von oben kam, konnten wir uns während eines Schauers prima hinter einem Deich davor schützen.

Unser letzter Tag war dann der Dienstag. Endlich kam die Sonne raus und auch die Dünenfähre fuhr wieder. Carsten und ich sind deshalb nochmal rüber zur Düne gefahren und auch wenn der Strand noch immer gesperrt war, haben wir einen guten Standort für unsere Fotos gefunden. Fotografisch war das diesmal der Höhepunkt unseres Aufenthaltes und wir sind glückglich und zufrieden mit unseren Bildern nach Hause gefahren. Ich freue mich schon jetzt aufs nächste Mal - diesmal eher kurzfristig, um besseres Wetter zum Fotografieren zu haben und auch an den Strand zu können.

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